Der Klimawandel und die Taubenzucht

Und für die schlechte Fruchtbarkeit der Kingtauben muss nun auch das verrückt spielende Wetter also der Klimawandel herhalten. Sicher ein schweres Gewitter direkt über dem Taubenschlag kann zum absterben des Eiinhalts führen und sei es nur weil die Tauben in Panik von der Nistschale rennen.

Klima ist eine langfristige Mittelwertbildung, die sich aus Lufttemperatur, Luftfeuchte absolut und relativ, Luftqualität, Sonnenstrahlung, Spektrum der Strahlung, Dauer der Sonnenstrahlung, Windgeschwindigkeit am Boden und in den oberen Schichten der Atmosphäre (Jetstream), Verdunstung, Speicherkapazitäten der Landschaft, Wassertemperaturen und vielem vielem anderem mehr, zusammen setzt.

Wetter ist das was gerade ist und oft werden hier nur die Extreme betrachtet oder sich nur an diese erinnert.

So, fragt man nun einen Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (was ich im Sommer 2015 getan habe, als ich die Klimaanlage für seinen Serverraum repariert habe) ob er an die Temperaturerhöhung durch den angeblich bereits eingetretenem Klimawandel glaubt, antwortet der mit: ja.  Sind denn die Lufttemperaturen gestiegen? "In den letzten 10 Jahren nicht. Nicht gestiegen in den letzten 10 Jahren? Da sind die mittleren Temperaturen um ~ 1°C gefallen. Aber vorher sind sie gestiegen."  Vorher? "Ja gegenüber vorher." Da hattet Ihr ja noch gar keine so genauen Messgeräte. "Die analogen früher waren zwar nicht so genau, aber auch nicht so Fehleranfällig wie die digitalen von Heute." Ach sooh???

Das mit dem Klimawandel ist für mich eine sehr gut gemachte Marketinggeschichte. Das Spurengas CO², dass mit 0,04 Volumenprozent (400ppm) am Gasegemisch der Atmosphäre beteiligt ist, soll das Zünglein an der Waage sein??? Wer an das wirklich glaubt, der glaubt auch dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Vortrag von Prof. Horst Malberg, Direktor des Instituts für Meteorologie an der Freien Universität Berlin im Unruhestand

Was nicht bedeutet, das der Mensch durch sein egoistisches und moralloses Verhalten den Planeten in jeder Sekunde schwerste Schäden zufügt und sich benimmt, als hätte er ne zweite Welt im Keller.

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Nun aber mal zu den wahren Ursachen der schlechten Reproduktionsraten: diese sind in 3 bis 6 große Gruppen einzuteilen.

 

1. anatomische Ursachen

2. mechanische Ursachen

3. genetische Ursachen

4. Verhalten der Tauben

5. Versorgung der Tauben

6. Sonstige

 

zu 1. anatomische Ursachen der senkrechte Stand (ein erreichtes Zuchtziel) führt dazu, dass der Täuber/Taubert die Sprungkraft um aus dem Stand auf die sich duckende Täubin zu springen einfach nicht hat. Und die Täubin senkrecht stehen bleibt und sich nicht hinhockt, weil auch sie das Mittelfußgelenk (ja das sichtbare Gelenk ist das Mittelfußgelenk, nicht das Knie) nicht einwinkeln kann. Was aber offensichtlich nicht an der Beweglichkeit des Gelenks liegt, sondern an der Sehnenlänge und der Muskelanordnung.

Kurz müssen sie sein, lang werden se von alleine, ja aber wann ist kurz so kurz das die Paarung nicht mehr stattfinden kann? Oft.

Schwanz auf eine Feder auslaufend, sieht sehr schön aus, aber für einen erfolgreichen Täuber ist die Schwanzfederfläche mit das Wichtigste.

Die Federn wollten wir glatt und straff, das bedeutet. der Täuber nimmt Anlauf links rauf, und rechts gleich wieder runter. Die Täubin läuft los. Fertig.

 

zu 2. mechanische Ursachen zu viele Paare auf zu wenig Fläche, zu wenig Rückzugs- Versteckmöglichkeiten, wo ein Wille ist, da fehlt halt manchmal doch das Gebüsch, fehlende Bumshocker, Nistzellenöffnung zu klein, Sitzbretter zu dicht am Volierendraht, Fensterbretter zu schmal, Täubin zu groß, Täuber zu klein, Rosten, Tauber schlagen sich am Anfang der Saison die Schwingen kaputt, abgebrochene Schwanzfedern.........uvm.

Wenn man die Tauben anpaart muss man sich im Prinzip schon überlegen, wo der Paarungsakt stattfinden soll und wann.

 

zu 3. genetische Ursachen alle sehr guten Ausstellungs-Kingtauben sind miteinander eng verwandt. Dennis Rogers und Bill Harrison .....? und dann kommt lange nix, dann wieder ...

Da sich aber kaum einer die Mühe macht einen Abstammungsnachweis für eine sau teure Taube zu schreiben und der Käufer auch keinen verlangt, ist es so wie es ist.

Zuchttauben von Eltern die weniger als 6 Jungtauben im ersten Jahr gebracht haben, sind keine vermehrungswürdigen Individuen. Was heißt die 2 dem "besten Paar" abgerungenen Jungtauben werden für die Weiterzucht verwendet, weil die haben ja 95 und 96 Punkte auf der Schau gemacht. Ausstellungstauben sind oft keine Zuchttauben. v mal v ergibt b und normale Tauben aus 2 durchgezüchteten Linien bringen durch den Heterosiseffekt Ausnahmetiere hervor mit denen die Weiterzucht nicht mehr zu einer weiteren "Verbesserung" führen wird.

 

zu 4. Verhalten der Tauben Der Nestbautrieb ist essentiell für das erfolgreiche Brutgeschäft. Turmbauer sind genauso wie die, die in die nackte Nistschale (oder daneben) legen nicht besonders erfolgreich. Viele Tauben bebrüten bereits ab dem ersten Ei, mit dem Ergebnis die Kücken schlüpfen mit mehr als einen Tag Unterschied. Wenn überhaupt beide angefüttert werden, dann wird trotzdem der große immer größer und der kleine immer kleiner. Anfüttern/anschleimen findet oft auch nicht statt. Meist dann wenn die Kücken zwar putzmunter sind und in der Schale Runden drehen, aber nicht laut genug piepsen können.

Eine brütende Kingtaube auf der Nistschale, ein Ei unter der Taube, das andere davor. Selbst wenn die Eier sich abwechseln, dann kommt aus beiden nix. Eier regelmäßig wenden? Zum Thema Brutverhalten könnte ich noch 3 Seiten füllen, was ich zu einem späteren Zeitpunkt eventuell hier nachholen werde.

Selektion nicht nach Bewertungsnoten sondern nach Zuchtwert wäre wirklich wichtig.

 

zu 5. Versorgung der Tauben die Versorgung der Tauben mit Licht, Luft, Wasser, Futter, Mineralien und Spurenelementen, natürlichen Vitaminen, sekundären Pflanzenwirkstoffen, uvam.

Licht also Sonne ist nicht überdossierbar. Frische Luft auch nicht. Wasser reich an Mineralien und ohne irgendwelche Zusätze, Futter nur Bio, kein Milo, kein Dari, kein Soja, kein Weizen, keine gentechnisch veränderten aus Amerika oder Afrika mit gigantischem Energieeinsatz heran gekarrten Getreide.

Dank dem schon fast exzessiellen Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel aus Glyposatbasis und Kunstdüngern sind die Körner fast frei von Mineralien und Spurenelementen. Dem Trinkwasser wird von den ganz "schlauen" dann auch noch ein Säuerungsmittel gegen die bösen Keime beigemischt, damit die im Wasser enthaltenen Mineralien die Säure auffressen (oder umgekehrt) und dann nicht mehr zur Mineralstoffversorgung zur Verfügung stehen.

Hat jemand schon mal einen Bauern gesehen, der Silber, Gold oder Platin auf seine Felder streut? Nein? Ich auch nicht, es ist immer nur SPK-Dünger (Stickstoff-Phosphor-Kali). Der marokkanische Phosphor enthält Uran und nicht wenig.

Was nicht im Ei durch die Täubin eingelagert wird, steht dem Embryo auch nicht zur Verfügung. Aber wenn die Täubin eine für sie zu hohe Menge an Schadstoffen, Giften usw. aufnimmt, entledigt sie sich dieser Last auch gerne über das Ei. Und da liegt eins der Hauptprobleme.

Gerste, Mais, Erbsen, Wicken, Haferkerne, Sonnenblumen ohne Schimmel (notfalls ohne Schale) aus biologischem Anbau. Und wenn´s das Doppelte kostet, scheiß egal. Das gilt nur wenn man nicht beschissen wird und konventionelles Futter in BIO-Tüten kauft. Wenn es also zu günstig im Preis ist, dann stimmt was nicht. Aber woher solches Futter kriegen? So was ja gibt´s ja gar nicht. Dann sollen wir mal über einen gemeinschaftlichen Direkteinkauf beim Erzeuger nachdenken! Wenn viele das wollen, dann wird es das auch geben.

Tauben füttern kann jeder, aber Tauben ernähren ist schier unmöglich. 95 % aller Zuchttauben die durch keinen oder wenig Nachwuchs glänzen, sind viel zu fett, also falsch ernährt.

Sei es nun wie es sei, die Ursachen für die vorhandene Probleme müssen ermittelt und Lösungen erdacht und ausprobiert werden.

 

zu. 6 Sonstige vor über 4 Jahren habe ich begonnen Hubbeltauben einzukreuzen und habe damals schon die Befürchtung gehabt: wenn sie wieder aussehen wie King, dann ist die Fruchtbarkeit auch wieder genau so schlecht. Die F3 kommt auch bereits bei weitem nicht mehr an die Leistungen der HubbelxKing-Verpaarung (10 Junge im Jahr) ran und die mit dem senkrechtesten Stand am wenigsten.

Ich erinnere mich da immer an die Worte vom Dr. Martin Süß auf der JHV 2003 in Dingolfing. "Ich fordere den Hauptzuchtwart (damals Harry Heiß) und den KCD auf: lassen Sie einen leicht eingeknickten Stand im Standard zu. Antwort Harry: „ein Flamingo steht auch Kerzengerade und sogar stundenlang auf einem Bein“. Damit wurde das Thema unter den Tisch gekehrt. Ich glaube schon länger, Dr. Süss lag schon damals richtig, aber der Mensch lernt erst, wenn er Scheiße frist und selbst dann sucht er immer noch nach anderen Schuldigen, wenn die nicht leicht zu finden sind, dann muss der Klimawandel herhalten.

Ich bin kein Meteorologe, Anatomieprofessor oder anderer selbsternannter Experte, aber ich gehe mit offenen Augen durchs Leben, beobachte, analysiere und sehe vieles was andere nicht sehen oder nicht sehen wollen und ich kann eins und eins zusammenzählen. eins plus eins gleich eins.

Auch wenn sich wieder einige durch diese Zeilen angepisst fühlen werden, die Wahrheit tut halt weh, vor allem wenn man sich ihr jahrelang verschlossen hat.

Schuld hat immer der Mensch, nicht die Tauben.

Schönow im August 2016 Chris.Fischer

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